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Zielformeln:

v=2gh,h=v22g

Gültigkeitsbereich/Annahmen: abgeschlossenes System (reibungsfrei, Luftwiderstand vernachlässigt); homogenes Schwerefeld nahe der Erdoberfläche (g=konst., hRE); freier Fall aus der Ruhe (v0=0).

Maturarelevant: h=v2/(2g) ist genau die Boeing-Zusatzfrage aus der echten Prüfung („In welcher Höhe wären beide Energieformen gleich groß?").

Verwendete Formeln

FormelNameFormelnheft
Ekin=mv22Kinetische Energie✅ S. 2 („Kinetische Energie")
Epot=mghPotentielle Energie✅ S. 2 („Potentielle Energie")
Eges=Ekin+Epot=konst.Energieerhaltungssatz❌ nicht im Formelnheft (nur die einzelnen Energieformen stehen drin) — den Satz selbst muss man bei der Prüfung formulieren
v=2gh, h=v22gEndgeschwindigkeit des Falls / Gleichenergiehöhe❌ nicht im Formelnheft — bei der Prüfung selbst herleiten (siehe unten)

Herleitung (Schritt für Schritt)

A) Endgeschwindigkeit des freien Falls v=2gh (die Masse kürzt sich!)

  1. Erhaltungssatz und zwei Zustände anschreiben. Im abgeschlossenen System bleibt die Gesamtenergie erhalten. Verglichen werden Start (Höhe h, in Ruhe) und Aufprall (Höhe 0, Geschwindigkeit v):
    • Start: Eges=Epot=mgh (v0=0Ekin=0; Nullpunkt am Boden gewählt).
    • Aufprall: Eges=Ekin=12mv2 (h=0Epot=0).
  2. Gleichsetzen (Energieerhaltung: beide Zustände haben dieselbe Gesamtenergie, keine Reibungsverluste):mgh=12mv2
  3. Masse m kürzen (beide Seiten durch m dividieren, erlaubt wegen m>0):gh=12v2Das ist der Kernpunkt: Die Endgeschwindigkeit ist massenunabhängig — schwere und leichte Körper fallen (im Vakuum) gleich schnell, im Einklang mit Galilei.
  4. Beide Seiten mal 2 (Bruch beseitigen):v2=2gh
  5. Wurzel ziehen (positive Wurzel, da der Geschwindigkeitsbetrag v0 ist):v=2gh
  6. Unabhängige Kontrolle (Quervergleich mit H01): Nach H01 gilt bei t=2,5 s: h30,7 m, v24,5 m/s. Einsetzen: 29,8130,7=602,324,5 m/s ✓ — Kinematik und Energiemethode liefern dasselbe. Größenordnungsbeispiel (Regentropfen aus dem Skript): Ohne Luftwiderstand erreichte ein Tropfen aus h=2000 m: v=29,812000198 m/s ✓ (real nur 7–9 m/s wegen Endgeschwindigkeit).

B) ★ Gleichenergiehöhe h=v22g (Boeing-Zusatzfrage)

Frage: Ein Flugzeug fliegt mit Geschwindigkeit v — in welcher Höhe gilt Epot=Ekin?

  1. Bedingung anschreiben (die Aufgabe verlangt Gleichheit beider Energieformen):mgh=12mv2
  2. Masse m kürzen (beide Seiten durch m) — die Antwort ist unabhängig davon, wie schwer das Flugzeug ist:gh=12v2
  3. Nach h auflösen (beide Seiten durch g):h=v22g(Formal ist das Schritt 4 von A, nach h aufgelöst — zwei Lesarten derselben Gleichung. Strukturgleich mit der Bremsstrecke SB=v2/(2aB): ersetze aBg.)
  4. Prüfungszahlen (unabhängig nachgerechnet): v=946 km/h =946/3,6262,8 m/s:h=262,8229,816906019,623520 m(Das Skript gibt 3519 m — mit dem ungerundeten v=946/3,6 gerechnet; reine Rundungsdifferenz, ca. 3,5 km.) ✓
  5. Bonus fürs Prüfungsgespräch (philosophischer Haken des Lehrers): In der gleichförmig fliegenden Kabine kann man durch kein Experiment feststellen, dass beide Energieformen gerade gleich sind — Ekin ist bezugssystemabhängig, und alle gleichförmig bewegten Bezugssysteme sind gleichberechtigt (Relativitätsprinzip).

C) Energiekreislauf von Fadenpendel und springendem Ball (qualitativ + Formeln)

Fadenpendel: Beim idealen Pendel (keine Reibung, kein Luftwiderstand) wandeln sich die beiden Energieformen periodisch ineinander um, die Summe bleibt konstant:

  1. Höchste Punkte (Umkehrpunkte): v=0Ekin=0; die gesamte Energie steckt in Epot=mgh (h = Anhebung gegenüber dem tiefsten Punkt).
  2. Tiefster Punkt: h=0Epot=0; die gesamte Energie steckt in Ekin=12mvmax2.
  3. Aus derselben Gleichung wie in A (mgh=12mvmax2, m kürzt sich) folgen Talgeschwindigkeit und Steighöhe:vmax=2gh,h=vmax22g⇒ Das ideale Pendel kehrt immer auf dieselbe Höhe zurück (direkte Folge der Energieerhaltung).
  4. Reales Pendel: Reibung und Luftwiderstand entziehen pro Periode etwas mechanische Energie (→ Wärme) ⇒ die Amplitude klingt langsam ab — die Energie verschwindet nicht, sie verlässt nur das Konto „kinetisch + potentiell".

Springender Ball: Beim Fallen EpotEkin; beim Aufprall wird die kinetische Energie kurz zu Verformungsenergie (elastischer Energie) und wieder zurück; beim Aufsteigen EkinEpot. Bei jedem Aufprall geht ein Teil in Wärme und Schall (nicht vollständig elastisch) ⇒ die Sprunghöhe nimmt von Mal zu Mal ab; nur ein ideal elastischer Ball erreichte wieder die Ausgangshöhe h=v2/(2g).

Variablentabelle

SymbolBedeutungSI-Einheit
EkinKinetische EnergieJ
EpotPotentielle EnergieJ
EgesGesamtenergie (im abgeschlossenen System erhalten)J
mMasse (kürzt sich in jeder Herleitung)kg
vGeschwindigkeit (A: Endgeschwindigkeit; B: Fluggeschwindigkeit)m/s
vmaxPendelgeschwindigkeit im tiefsten Punktm/s
hHöhe (relativ zum gewählten Nullpunkt)m
gFallbeschleunigung =9,807 m/s² (Formelnheft S. 1; im Skript 9,81)m/s²

Verknüpfungen

  • Herkunft der Energieformeln (Herleitung von Ekin, Epot) → H02
  • Strukturgleiche Formel SB=v2/(2aB) (ersetze gaB) → H01
  • Dieselbe Energiemethode für große Abstände im Gravitationsfeld (Fluchtgeschwindigkeit) → H06
  • Skript: Thema 8 §8.5 Energieerhaltung (v=2gh, Boeing-Frage, Bezugssystem-Diskussion), Thema 5 §5.2 (Regentropfen-Beispiel 198 m/s)